Ist es dir auch oft ein Rätsel, wie du Familie, Haushalt, Beruf und Zeit für dich selbst unter einen Hut bekommen sollst? Du hast bereits festgestellt, dass das Leben leicht aus der Balance geraten kann, wenn du dich auf Dauer nur einzelnen Bereichen widmest und andere vernachlässigst. Mein Tipp: Freunde dich mit dem Familienboard an! Warum und wie, das erfährst du in diesem Beitrag!

Kennengelernt habe ich das sogenannte Familienboard bei Zufriedenheits-Doc Silvia Schäfer. Sie hat einen kostenlosen Minikurs dazu erstellt, den ich dir sehr empfehlen kann, um die Idee besser zu verstehen.

Familienboard: Aktivitäten, Wünsche und Pflichten auf einen Blick

Ein Familienboard kann eine große Pinnwand in einem zentralen Raum sein, auf dem deine Familie alle Aktivitäten für die aktuelle Woche festhält: Schwimmen gehen, Zahnarzttermin, Rasen mähen, Wocheneinkauf sind nur einige Beispiele. Auf dem Board ist erkennbar, welches Familienmitglied was vorhat. Es gibt eine Art Sammelbecken für Wünsche und Pläne, aus dem ihr spontan Aktivitäten herausgreifen und z. B. auf den aktuellen Tag legen könnt.

Natürlich lässt sich ein solches Familienboard auch digital anlegen und managen, z. B. mit dem Tool „Trello“ – hierzu gibt es in Silvias Minikurs eine Bonuseinheit.

Der Vorteil: Weniger Koordination, bessere Stimmung, mehr Zeit

Am besten funktioniert das Board, wenn alle in der Familie mitmachen! Das heißt: Jeder äußert seine Wünsche oder bringt seine geplanten Aktivitäten ein. Alle reden gemeinsam darüber, also wissen am Ende auch alle Bescheid. Dadurch wird der Wochen- oder Tagesplan klarer, für alle einsichtig und nachvollziehbar.

„Die Familie wächst als Team zusammen und es fällt leichter, andere beim Erreichen ihrer Ziele zu unterstützen“, schreibt Silvia über das Familienboard, das nach ihrer Erfahrung mehr Glück und Gelassenheit in die Organisation des Alltags bringt.

Der kritische Blick: Hält das Board, was es verspricht?

Die Idee scheint wirkungsvoll zu sein, doch funktioniert sie auch im Alltag? Mit dieser Frage bin ich auf Silvia zugegangen. Ganz ehrlich: Ich hatte meine Zweifel! Das sind meine wichtigsten Erkenntnisse aus dem Gespräch mit dem Zufriedenheits-Doc:

  • Das Board muss keine dauerhafte Institution sein! Ein sichtbares, großes Board ist vor allem hilfreich, um bestimmte Projekte (z. B. „Umbau Küche“) oder Ferienzeiten zu organisieren. Für den Alltag empfiehlt sich die digitale Variante (sofern die Kinder alt genug sind und dieses Medium auch nutzen können).
  • Das Board fördert die Motivation und Wertschätzung! Wer hätte das gedacht!? Gerade wenn Aufgaben anstehen, vor denen einzelne Familienmitglieder Respekt haben, wirkt das Familienboard als Stütze: Jeder sieht, was die Person zu leisten bereit ist oder erreichen will. Das Verschieben von geplanten Aktivitäten in eine Spalte „Erledigt“ ist ein Akt der Anerkennung und Wertschätzung – durch sich selbst und die anderen aus der Familie.
  • Das Board ist ein echtes Glückswerkzeug! Wie ich darauf komme? Im Gespräch mit Silvia kristallisierte sich heraus, dass mir das Familienboard spiegelt, wie und womit ich meine Zeit verbringe. Damit komme ich zurück zum Anfang dieses Beitrags: Nur wenn ich das weiß, kann ich in meinem Leben die Führung übernehmen und die verschiedenen Bereiche (wie Beruf, Familie, Freizeit) in Balance halten! Für dich gilt das gleichermaßen.

Diese letzte Erkenntnis hat mich so gefesselt, dass ich darauf im Folgenden ausführlicher eingehe.

Es geht viel tiefer: Du erlangst Bewusstsein über deine Zeit

Vielleicht kommt dir das hier bekannt vor: Wenn die Kinder in der Schule sind, arbeitest du. Danach kümmerst du dich um den Haushalt und das Essen. Du kontrollierst Hausaufgaben und unterstützt beim Lernen. Dann bügelst du noch schnell eine Stunde lang, bevor du die Kinder zum Sport bringst. Am Abend backst du noch einen Kuchen für die Vereinsfeier am nächsten Tag.

„Ich wünsche mir, dass meine Eltern mehr Zeit für mich haben.“ Erst kürzlich hörte ich diese Aussage von einem Kind in einer Fernseh-Doku. Vielleicht hast du so etwas Ähnliches schon von deinen Kindern gehört. Wie denkst du darüber, wenn du so viel Zeit darauf verwendest, dass es deiner Familie gut geht?

Aus einzelnen Aktivitäten entsteht ein Bild

Mithilfe des Familienboards lässt sich sowohl für dich, als auch für deine Kinder und deine/n Partner/in visualisieren, was jeder Einzelne für die Gemeinschaft macht. So erkennen selbst Kinder, dass Zeit nicht unendlich ist und nur eine begrenzte Anzahl an Aktivitäten möglich ist. Auch Prioritäten werden klarer.

Schafft ihr es in der Familie, euch über das Board auszutauschen, wächst das Verständnis füreinander: „Mama, wenn ich morgen das Bügeln übernehme, hast du dann heute Zeit, mit mir noch ein paar Runden im Schwimmbad zu drehen?“ Kinder schätzen auch das Arbeiten anders ein, wenn sie in der gemeinsamen Besprechung hören, dass es dazu dient, dass alle genug zu essen haben.

Mein Tipp: Hierzu lohnt es sich, ein Vergangenheitsboard anzulegen! Es bildet rückwirkend ab, womit jeder in einer Woche seine Zeit verbracht hat. So erkennst du schnell, dass du womöglich neben Haushalt, Beruf und Vereinsverpflichtungen keine Zeit für dich oder deine Kinder hattest. Das erlaubt dir, die Führung für deine zeitlichen Ressourcen zu übernehmen!

Wünsche haben ihren Platz und ihre Berechtigung

Wie oft hast du dir schon vorgenommen, zum Sport zu gehen oder mit einem guten Buch im Gartenstuhl zu entspannen? Und nichts ist daraus geworden … Das Familienboard zeigt dir auf, dass das eine ganz normale Aktivität ist, wie Arbeiten oder Staubsaugen – vorausgesetzt, du hast dafür eine Wunsch-Karte angelegt.

Nun stell dir vor, du verschiebst deine „mit Buch entspannen“-Karte am Abend in „erledigt“: Dann ist sie gleichwertig mit der Karte „Staubsaugen“, auch wenn du diese noch nicht abgearbeitet hast. Doch sie ist als Aktivität im sogenannten Backlog (dem Sammelbecken für alle geplanten Aktivitäten und Aufgaben) hinterlegt und du wirst sie sicher einplanen in dieser Woche. Wann, das entscheidest du ganz flexibel – im Idealfall gemeinsam mit deiner Familie.

„Was du für dich machst, ist genauso wichtig wie alles andere.“ Silvia Schäfer

Sich nicht verausgaben, sich nicht zu viel vornehmen, sich Raum verschaffen: Dabei hilft das Familienboard! Ich war überrascht, dass ich es im Ansatz bereits praktiziere, seit ich begonnen habe mit Trello meine Zeit zu managen.

Wo stehst du mit deiner Zeit? Ist dir bewusst, worauf du sie verwendest? Schreibe mir gerne etwas dazu in den Kommentaren!

Hier noch ein paar Infos zu Dr. Silvia Schäfer: Die promovierte Chemikerin und Projektmanagerin unterstützt als Mentorin und Coach Eltern in ihrem Streben nach beruflicher Leistung und Zufriedenheit in der Familie. Sie selbst lebt mit ihrer 5-köpfigen Familie in Frankfurt am Main. Ihre Seite findest du hier: http://silviaschaefer.de/

Außerdem empfehle ich dir zum Thema „Life-Leadership“ Literatur von Lothar Seiwert, wie z. B.: