Viele erfolgreiche Menschen führen ein Tagebuch!“, behauptete eine Freundin, als sie von einer Weiterbildung zurückgekehrt war. Innerlich ergänzte ich: „Ja, und zufriedene Menschen auch!“ Doch Tagebuch ist nicht gleich Tagebuch. Wir können das aufschreiben, was uns an einem Tag bewegt hat. Was schön war. Worin wir erfolgreich waren. Was wir bedauern. Was wir uns wünschen und so weiter.

Wenn ich darüber nachdenke, wie viele Bücher und Kladden ich führe, komme ich mindestens auf fünf Stück. Einige davon befülle ich nur unregelmäßig oder anlassbezogen. Aber es gibt sie. Und jedes Tagebuch sieht anders aus.

Muss das sein, jeden Tag?

Als die Glückswerkzeuge noch in der Entstehungsphase waren, erzählte ich einer Kollegin von meiner Idee: „Es wird verschiedene Tagebücher zu bestimmten Themen geben: zum Beispiel ein Was-war-heute-schön-Tagebuch oder ein Dankbarkeitstagebuch oder ein Erfolgsbuch.“ Sie reagierte sichtlich erstaunt: „Muss ich dann jeden Tag all diese Bücher ausfüllen?“ Ich lachte. „Nein, das musst du natürlich nicht! Du kannst das auswählen, was dir am nächsten liegt. Oder du führst mehrere Bücher parallel, das eine nutzt du täglich, das andere bei Bedarf – so wie dein Leben gerade ist!“ Meine Kollegin war beruhigt.

Ich selbst bin überrascht von der Vielfalt an Tagebuch-Formen. Wenn ich mich mit anderen darüber unterhalte, kommen immer neue hinzu, die ich dankbar in meine Ideensammlung mit aufnehme: ein Erlebnistagebuch, ein Wertschätzungstagebuch, ein Liebestagebuch, ein Fortschrittstagebuch. Zum abendlichen Ritual des Erfinders, Politikers und Autors Benjamin Franklin gehörte es zum Beispiel, im Tagebuch all das festzuhalten, was er an einem Tag Gutes verrichtet hatte.

Täglich, sporadisch oder wie es gefällt

Aus meiner Sicht ist es vollkommen in Ordnung, parallel mehrere Bücher zu führen. Sie alle erfüllen einen bestimmten Zweck – indem sie unsere Aufmerksamkeit gezielt lenken, uns reflektieren oder festhalten lassen oder uns beim Loslassen unterstützen.

5 Argumente, weshalb wir mehrgleisig fahren können:

  • Zeit für uns haben: Meine Kollegin war erschrocken, weil sie einen hohen zeitlichen Aufwand hinter den Tagebüchern vermutet hat. Ich lade euch ein, die Perspektive zu wechseln. Tagebuch-Zeit ist Zeit für euch selbst. Das können 10 Minuten jeden Tag sein, in denen ihr sowohl das Schöne als auch eure Tageserfolge notiert. Das können 30 Minuten sein für einen ausführlichen Tagebucheintrag am Abend und 2 Minuten am Morgen für eure Wünsche an den Tag.
  • Dem Leben folgen: Es gibt verschiedene Phasen im Leben. Mal sind wir zufriedener, mal fühlen wir uns als Opfer, mal sind wir kreativer, mal scheinen wir aus einem Tief nicht mehr herauszukommen. So unterschiedlich diese Phasen sind, werden sie auch unseren Fokus auf ein anderes Werkzeug lenken. Fühlen wir uns abgewertet und ungeliebt, kann ein Wertschätzungstagebuch eine große Hilfe sein. Einige Monate später spüren wir die Dankbarkeit in uns und widmen ihr verstärkt unsere Tagebuch-Zeit.
  • Schätze bergen: Manche Niederschriften haben ein Ende. Ich denke dabei zum Beispiel an ein Tagebuch für unsere Kompetenzen. Schritt für Schritt notieren wir das, was wir gut können. Eines Tages offenbart uns das Büchlein einen inneren, ureigenen Schatz. Es wäre doch schade, wenn wir eine solche Schatzkiste nicht stetig befüllen würden, nicht wahr?
  • Vorankommen: Wenn ihr es leid seid, auf der Stelle zu treten, macht euch ein Tagebuch handlungsfähig. Stagniert die Liebe? Dann schreibt auf, wann euch eure Beziehung noch nährt. Plant ihr beruflich etwas Neues? Dann notiert, welche Erfolge ihr auf diesem Weg schon zu verbuchen habt. So gestaltet ihr euer Leben aktiv mit. Und manchmal sind eben mehrere Baustellen gleichzeitig zu bedienen!
  • Tagebuch neu denken: Ein Tagebuch bezeichnet für mich ein Buch, das mir Raum lässt, um es mit eigenen Worten zu füllen. Ich bilde darin Stimmungen, Momente und Erlebnisse bestimmter Tage ab. Damit ist es kein „Täglichbuch“. Tatsächlich gibt es Tagebücher, die es sich lohnt täglich zu führen. Das „Was war heute schön?“-Tagebuch gehört dazu, weshalb es mein erstes „Glückswerkzeuge-Baby“ war. Gleichzeitig steht euch freier Platz in anderen Büchern zur Verfügung. Sofern ihr sie besitzt …

Welche Tagebücher könnten dich begeistern? Oder welche führst du bereits? Lass es mich über die Kommentarfunktion wissen! Ich bin gespannt auf deine Antworten!