Du hast nur noch 12 Minuten bis zum nächsten Termin. Du machst dich auf den Weg, drehst aber wieder um, weil du etwas vergessen hast. Schnell weiterfahren. Kurz vorm Ziel triffst du einen Bekannten und hältst kurz an, weil du ihn sowieso unbedingt sprechen wolltest. Dann ist die Ampel rot. Am Ende bist du: zu spät. 

Dieser kleine Ausschnitt könnte aus meinem Leben sein: Mit den Zeigern habe ich es nicht so (obwohl ich meistens pünktlich bin). Mit den 24 Stunden eines Tages auch nicht. Ein knappes Drittel davon verschlafe ich für gewöhnlich. Der Rest reicht kaum für alles, was ich vorhabe. Ich gehöre also eher zu den Beschleunigten, zumindest was meine Zeit außerhalb der Arbeitszeit betrifft. Ausgerechnet ich begegnete einer Uhr, die sich „slow“ nennt. Sie soll mehr als eine Uhr sein, nämlich eine Lebenseinstellung. Ganz nebenbei bemerkt bin ich wohl sehr spät dran damit, diese Uhr zu entdecken. Namhafte Magazine hatten schon längst davon Wind bekommen …

Slow Jo: Eine langsame Uhr?

Die Slow Watch (Slow Jo) kommt aus der Schweiz. Sie ist eine Einzeigeruhr. Sie läuft wie eine ganz normale Uhr nach einem Präzisionsuhrwerk, doch was sich bewegt ist alleine der Stundenzeiger – und das über volle 24 Stunden. Schließlich habe der Tag auch nicht 12, sondern 24 Stunden, finden die Firmengründer in ihrem Video zur slow-Idee. Zwischen den Stundenmarkierungen gibt es für jede Viertelstunde einen Strich.

Seltsam. Ich trage seit Jahren keine Uhr mehr! Ich müsste demnach viel slower sein als ich es bin. Irgendetwas läuft doch da verkehrt!?

Bevor ich meinen Ausflug in die Welt der Langsamkeit abschließe, beantworte ich dir schnell die Frage, was eigentlich so slow ist an der Slow Watch: Es gibt keinen Stress durch flotte Sekunden- oder mäßig schnelle Minutenzeiger. Es gibt nur einen laaaangsamen Stundenzeiger. Dadurch soll es möglich sein, sich auf das zu fokussieren, was wirklich zählt im Leben. Ob’s stimmt? Mir gefällt das schlichte Design ohne Schnickschnack. Sogar das Logo fehlt auf dem Ziffernblatt. Die Uhr kostet übrigens ab 230 Euro aufwärts.